18.04.2018

«Dumenic Andry & Friederike Kretzen»

Schweizer Literaturpreise 2018 (BAK)

Dumenic Andry – «sablun», Chasa Editura Rumantscha, 2017

Poetische Motive und Inspirationen sind überall und jederzeit zu finden, es braucht dazu keine wertvollen und exklusiven Materialien, keine besonderen und edlen Dispositionen. Dies suggeriert der Titel von Dumenic Andrys Gedichtband sablun, der sich auf das unprätentiöse Sedimentmaterial Sand beruft: Die kurzen Verse schöpfen sprachspielerisch aus Alltäglichem und scheinbar Banalem, schaffen Momentaufnahmen, Erinnerungs- und Reisebilder und treten in einen Dialog mit ausgewählten Vorgängern. Dabei erzielt die Lyrik von Dumenic Andry mit äusserster Reduktion ein Maximum an Bedeutungsreichtum.

Tschêl
«n’ha guardà / il tschêl / staili // n’ha vis / a crodar / ün giavüsch»

Dumenic Andry liest auf Romanisch und Deutsch.

Dumenic Andry, 1960 in Zürich geboren, wuchs in Ramosch (GR) auf. Mit rätoromanischer Sprache und Literatur beschäftigt er sich als Wissenschaftler, Lexikograph, Übersetzer und Lektor. Er ist Autor von Prosa und Lyrik auf Vallader. Für sein Werk erhielt Dumenic Andry einen Förderpreis des Kantons Graubünden sowie einen Preis der Schweizerischen Schillerstiftung. Für den Gedichtband «sablun» (Chasa Editura Rumantscha, Chur 2017) wurde er mit einem Schweizer Literaturpreis 2018 ausgezeichnet.


Friederike Kretzen – «Schule der Indienfahrer», Stroemfeld Verlag, 2017

In 27 undidaktischen Lektionen erzählt Friederike Kretzen von der Kunst, Zeit zu verlieren. Zusammen mit Freunden fährt die Ich-Erzählerin Véronique nach Indien, um einen verschwundenen Freund zu finden und um die Träume einer zurückliegenden Zeit aufzufrischen.
Friederike Kretzens poetische Didaktik zielt ins Offene. In ihrer Schule ist es das Leben, das Lehren erteilt. Für das Leben, oder genauer für das Träumen und Wünschen, in dem das Leben erst zum Erblühen kommt. In einer dichten Prosa voll assoziativer Bilder entwirft die Schule der Indienfahrer eine Erinnerung an die Epoche der Mitte 70er Jahre, in der Träume noch geholfen haben. Friederike Kretzen erzählt es mit einem Hauch von Nostalgie, mit hellwachen Beobachtungen und mit viel Witz.


Friederike Kretzen, 1956 in Leverkusen geboren. Seit 1983 lebt sie als mehrfach ausgezeichnete Autorin, Dozentin und Mentorin an der ETH Zürich sowie am Schweizerischen Literaturinstitut in Biel. 1989 erschien ihr erster Roman «Die Souffleuse», dem bis heute weitere acht Romane gefolgt sind. Ihr Werk umfasst daneben auch Essays und Literaturkritiken. Für den Roman «Die Schule der Indienfahrer» (Stroemfeld Verlag, Frankfurt/M. und Basel, 2017) wurde sie mit einem Schweizer Literaturpreis 2018 ausgezeichnet.
http://kretzen.info

„Die Anschaulichkeit der Beschreibungen ist durchsetzt von skurrilem Humor, wie er überhaupt im ganzen Text mitpulsiert und ihn beschwingt macht.“ (NZZ, 5.8.2017)


Musik: Adi Blum
Moderation: Beat Mazenauer

Eintritt: CHF 18 / CHF 15
Türöffnung: 30 Minuten vor Veranstaltungsbeginn
Veranstaltungsbeginn: 19.45 Uhr
Foto: Ladina Bischof

Details

  • Datum: 18. April 2018
  • Zeit: 19:45 Uhr
  • Wo: Literaturhaus Zentralschweiz

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